

Es ist auffällig, dass eine derart hohe Ignoranz des Einsparungspotentials bei Kfz-Versicherungen besteht, denn eine Marktstudie (psychonomics) hat ergeben, dass nur 21% der Befragten meinen, man könne durch einen Wechsel der Anbieter eine Einsparung erreichen. Dabei hat Stiftung Warentest herausgefunden, dass man teilweise bis zu 100% mehr als bei einem günstigeren Anbieter zahlt. Dies sollte eigentlich schon Grund genug sein, einmal einen Vergleich zu machen und im Zweifel den Kfz-Versicherer zu wechseln.
Wichtig zu beachten ist dabei die jährliche Wechselfrist am 30.11. Laut Erhebungen wechseln im November jeden Jahres ca. 1 Millionen Versicherten den Kfz-Versicherer. Dies liegt zum Teil auch daran, dass die Versicherungsanbieter Anfang November neue Prämien und Sonderoptionen festsetzen. Aus diesem Grund kommt es zu dem hohen Wechselanteil im November im Vergleich zu den übrigen Monaten.
Um einen Wechsel sinnvoll zu gestalten, sollte man sich zuvor über verschiedene Angebote informieren. Dabei kann es zumeist zu unterschiedlichen Auffassungen über verschiedene Versicherer kommen. Womöglich erhält man persönlich viel bessere Konditionen als andere bei einem Anbieter. So kann es auch passieren, dass das persönliche „Risikoprofil“ unter Umständen versicherungsmathematisch schlechter für die eigene Person ausfallen könnte, als für andere. Die Berechnung wird vorgenommen durch den Kfz-Typ, gefahren Jahreskilometer, Geschlecht, Alter, Berufsgruppe, Postleitzahl, Fahrzeugstandort, Abstellplatz etc. Im Gegensatz zu einem Altkunden wird der Neukunde bei den meisten Versicherungen mit Sondertarifen und –Prämien gelockt, während der Altkunde dabei leer ausgeht. Die Altkunden werden meist als „Cashkuh“ oder „Melkvieh“ angesehen, um den Gewinn zu erhöhen.
Deswegen ist es umso verwunderlicher, dass jährlich nur ein kleiner Teil der Versicherten wechselt, weil sie letztlich zu bequem sind, sich umzuorientieren. Genau so ist es bei Handy-Tarifen oder auch bei Neukunden von Banken, die sogar mit Bargeld gelockt werden. Sollte man sich in solch einer Situation befinden, ist es die naheliegendste Lösung die Anbieter zu wechseln, da die Neukunden den Altkunden gegenüber stark bevorteilt werden.
Zu einem Preisvergleich, der sowohl persönlich, aber auch sehr viel schneller per Online-Preisvergleich funktioniert, benötigt man den Kfz-Schein, Führerschein und sonstige Unterlagen zur aktuellen Kfz-Versicherung. Ein paar Minuten Eingabe sind dafür zwar notwendig, aber es können bis zu hunderten von Euro gespart werden.
Durch den Online-Check bei verschiedenen Webseiten werden mit den Angaben, die gemacht werden, unterschiedliche Preisangebote von Kfz-Versicherern berechnet und diese können im Anschluss sofort als neue Versicherungen abgeschlossen werden. Interessanter ist aber dabei die Möglichkeit des Gegenchecks auf anderen Versicherungsvergleichsseiten, da selbst bei gleichen Angaben für die gleiche Kfz-Versicherung unterschiedliche Prämien zu zahlen wären. Dennoch sollte man vorallem Versicherungsportale vermeiden, die für einen reinen Preisvergleich auch persönliche Daten abfordern, da diese empfindlichen Persönlichkeitsdaten zumeist illegal weiterverkauft werden.
Desweiteren kann man die Preisvergleiche auch direkt bei individuellen Kfz-Versicherern abfragen. Dort sind dann auch insgesamt weniger Angaben zu machen. Dort sind zum Beispiel bei verschiedenen Test-Reihen insbesondere Direct Line, HUK24, Asstel, AXA und alternativ positiv aufgefallen.
Zur Frage, wie man die aktuelle Kfz-Versicherung kündigen kann und wechseln kann, sind einige Dinge zu beachten. Die Wechselfrist ist fristgerecht zum 30.11. einzureichen, das bedeutet mindestens einen Monat zuvor. Das neue Versicherungsjahr beginnt dann zum 1. Januar. Auf der anderen Seite gibt es noch einige Möglichkeiten die Versicherung auch zu anderen Zeitpunkten zu kündigen und zu wechseln. Dazu gehören die Mitteilung einer Erhöhung oder Änderung der AGB, nach Schadensfällen, sowie Fahrzeugwechsel oder einer Neuzulassung. Die Kündigung muss innerhalb eines Monats nach Eintritt der Änderung stattfinden. Wichtig dabei ist der Erhalt einer Kündigungsbestätigung.
Dazu einige Tipps:
Die angegebene Jahreskilometer-Zahl hat erheblichen Einfluss auf die zu zahlende Versicherungsprämie. Kurz gesagt bedeuten mehr Km rein statistisch auch mehr Unfälle, was zu einer höheren Versicherungsprämie führt. Dabei sind die meisten Versicherten einem schlimmen Fehldenken unterworfen, denn es besteht die Furcht vor einem Wegfallen des Versicherungsschutzes bei zu niedrigen Angaben. Diese Furcht ist prinzipiell erst einmal unbegründet. So lange man keine absichtlichen Täuschungen versucht, ist es bei einem Schadenfall notwendig die entsprechende Prämienerhöhung für den Km-Unterschied zu zahlen. Das heißt, sowohl falsche Angaben, als auch eine Sicherheitsreserve sind unnötig.
Zudem ist es meist sehr sinnvoll ein wenig mit den unterschiedlichen Optionen zu spielen. Dazu sollte man sich ein paar Fragen stellen.
Desweiteren sollte man über einige Rabattmöglichkeiten nachdenken. Zum Einen die schon genannten Veränderungen zu einem kleinen Selbstbehalt beim Teilkasko. Zum Anderen sollten die Fahranfänger prüfen, ob sie ihren Wagen nicht vielleicht über jemanden versichern können, der über einen niedrigen Schadenfreiheitsrabatt verfügt und noch kein Auto versichert hat (zumindest die ersten 3 Jahre). Damit können die erheblich höheren Kosten für Fahranfänger niedriger gehalten werden. In diesem Zusammenhang ist es auch möglich Rabatte von den Eltern zu übertragen, obwohl der Schadenfreiheitsrabatt nur in der Höhe der Jahre des Alters der Kinder minus 18 gewährt wird.
Außerdem entstehen Prämiennachlässe schon durch eine Fahrzeugnutzung auf einen begrenzten Personenkreis, einen festen Garagenplatz oder eine niedrige Kilometerleistung pro Jahr. Insbesondere der Preisvorteil durch den begrenzten Fahrerkreis macht einen erheblichen Unterschied und man sollte sich fragen, ob es sich wirklich lohnt, dass das Fahrzeug zu jeder Zeit von jeder Person gefahren werden kann. Hinzu kommt die Erhöhung der Versicherungsprämie durch einen höheren Punktestand im Zentralregister in Flensburg.